14
NOV
2017
  • Foto: Petra Santl (Presse -CNR) - Sliderdesign: Barbara Waller (Webmaster-CNR)

Berufsinfo-Abend 2017 an der CNR

Mehr Lehrstellen als Bewerber

Großes Interesse für die Berufsinformation an der Carl-Netter-Realschule Bühl

Die Chance, eine „Wunsch-Ausbildungsstelle“ zu bekommen, ist laut Christian Späth, Berufsberater der Agentur für Arbeit Karlsruhe/Rastatt, sehr groß. Weit über 2000 freie Lehrstellen seien aktuell gemeldet, viele Betriebe würden händeringend Nachwuchs suchen.

Das war die erste zentrale Botschaft an die zahlreichen Eltern der Neuntklässler, die zum Berufsinfo-Abend an die Carl-Netter-Realschule gekommen waren.

Christian Späth informierte die Eltern über bisher gelaufene und zukünftige Termine. Im Oktober hatten die Kinder bei „Ready-Steady-Job“ im Bürgerhaus Neuer Markt die Gelegenheit, sich einem „echten“ Bewerbungsgespräch bei einem oder mehreren der ca. 50 teilnehmenden Betriebe zu stellen, Anfang Dezember folgt die Schnupperwoche „BORS“. Zahlreiche Ausbildungsmessen bieten Gelegenheit, sich über mögliche Berufe oder schulische Weiterbildungswege nach der mittleren Reife zu informieren. Er selber berät bei regelmäßig stattfindenden Sprechstunden an der Realschule, führt durch das BIZ (Berufsinformationszentrum) in Rastatt und wartet auf Anmeldungen für Beratungsgespräche zusammen mit den Eltern.

Der dm-Markt „als direkter Nachbar der CNR“ wurde schwungvoll von drei jungen Damen präsentiert: Silvia Scholler, Leiterin des Marktes, und ihre Stellvertreterin Julia Scheremetow, hatten noch Praktikantin Sofia mitgebracht, um von ihrem Arbeitsplatz zu schwärmen. Mit ca. 1800 Filialen in Deutschland bietet dm im nächsten Jahr 1900 neue Ausbildungsstellen. Drei Jahre dauert die „Lernlingszeit“ zum Drogisten. „Nein, ich hab‘ keinen Sprachfehler“, so Silvia Scholler, „wir sagen nicht Azubis, sondern Lernlinge“. Jeder könne aus seinen Fehlern lernen. Sie seien wie eine Familie, bekräftigt Julia. Und bei den Theater-Workshops „Abenteuer Kultur“ während der Ausbildung lerne man sehr viel für sein sicheres Auftreten.

Als „krisensicheren Arbeitsplatz“ beschrieb Erich Kiefer, Sachgebietsleiter in Baden-Baden, das Finanzamt. Ca. 200 Beamte sind im Gebiet Baden-Baden/Bühl tätig. Mit dem Realschulabschluss und mindestens der Note 3,0 in Deutsch und Mathe kann ein Deutscher oder EU-Bürger den Beruf des Finanzfachwirts für den Mittleren Dienst erlernen. Kiefer erläutert die vielfältigen Arbeitsfelder des Berufs, bei dem Aufstiegsmöglichkeiten bis in den Höheren Dienst möglich sind. Natürlich genieße man die Vorteile des Beamtentums.

Nicht mit Zahlen, sondern mit Menschen umgehen möchte Franka Kriener, Leiterin der Pflegefachschule des Klinikums Mittelbaden. Zusammen mit Lisa Rüttiger stellt sie das große Gebiet der Gesundheits- und Krankenpflege vor. 160 Ausbildungsplätze und 8 Studienplätze biete das Klinikum Mittelbaden, vom Operationstechnischen Assistenten über Altenpfleger/in, Hebamme/Entbindungshelfer (es gebe einen männlichen Auszubildenden) zum Medizinischen Fachangestellten und vielen weiteren Berufen. Es gibt das Studium BWL-Gesundheitsmanagement sowie ganz neu den „Physician Assistant“, den Arztassistenten. „Wir brauchen gute Leute in der Pflege – momentan fehlen ca. 60000 Fachräfte!“, so der Appell von Franka Kriener.

Vom Chemiepark DOW Chemical Rheinmünster kommen Volker Stellrecht und Eva Plöchinger. Volker Stellrecht beschrieb die Produktion im Werk auf der deutschen Rheinseite sowie die Berufsbilder Chemikant und Chemielaborant. Für eine der 13 Lehrstellen brauche ein Bewerber gute Noten in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, ebenso seien Verhalten- und Mitarbeitsnoten wichtig.

Über die schulischen Weiterbildungsmöglichkeiten nach der mittleren Reife gab Hermann Fallert, Abteilungsleiter im Technischen Gymnasium Bühl, einen Überblick.

Bei den Berufskollegs (z.B. Sprachen an der HLA und Gesundheit und Pflege an der Elly-Heuss-Schule Bühl) heißt das Ziel Fachhochschulreife. Im wirtschaftlichen und technischen Bereich kann man gleichzeitig den Abschluss eines Wirtschafts- bzw. technische Assistenten erwerben.

An den beruflichen Gymnasien erlangt man nach drei Jahren die allgemeine Hochschulreife, deshalb sind zwei Fremdsprachen Bedingung. Der Unterschied eines beruflichen Gymnasiums zu einem allgemeinen ist das jeweilige Profilfach, das sechsstündig unterrichtet wird. Während in Rastatt die Profile Ernährungswissenschaft, Biotechnologie und Sozialwissenschaft angeboten werden, sind es am TG in Bühl Mechatronik und Informationstechnik, an der HLA (Handelslehranstalt) Volks- und Betriebswirtschaft, internationale Wirtschaft und Finanzmanagement. Voraussetzung ist ein Notendurchschnitt von 3,0 in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Die Anmeldung läuft jedes Jahr bis zum 1. März.

Text: Petra Santl (Presse-CNR)

 

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